15. — 21.09.2019

Annaberg-Buchholz

Nach Döbeln und Weißwasser führt uns die Wander- und Kunstausstellung direkt ins Erzgebirgsche: Vom 15. bis zum 21. September stellen wir auf dem historischen Markt der großen und hochgelegen Kreisstadt Annaberg-Buchholz aus. Wie schon an unseren vorherigen Stationen freuen wir uns auf zahlreiche und intensive Gespräche mit Anwohner*innen, Angereisten und Marktbesucher*innen diesmal in einmaliger Gebirgsszenerie. Wie immer inklusive: unser abwechslungsreiches Rahmen-und Vermittlungsprogramm.

Unser hiesiger Kooperationspartner ist der lichtfabik e.V., seit 2008 Film- und Kulturtreff in Annaberg.  Neben regelmäßigen Filmvorführungen und anschließenden Gesprächen bereichert der Verein die Stadt und Gegend mit weiteren Veranstaltungsformaten: Vorträge, Lesungen, Poetry-Slams oder Musikveranstaltungen gehören zum Programm. 
Aus Kooperationen mit anderen lokalen und regionalen sowie auch überregionalen Akteuren beispielsweise aus Tschechien, entstanden weitere Projekte und zwei kleine Festivals in der Umgebung.

Programm in Annaberg-Buchholz

  • 15.9. | 17.00
    Eröffnung & Künstler*innen-Gespräch (1)
  • 18.9. | 17.00
    Foto-Rundgang »Stigmatisierte Orte« (1)
  • 19.9. | 19.00
    »Was ist Familie? Zwangsadoption in der DDR« (2)
  • 21.9. | 17.00
    Ausstellungsabschluss & Erzählcafé für alle (3)

Die Austellung ist ab dem 16.9. täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Veranstaltungsorte
1 = in der Ausstellung (auf dem Markt), 2 = Stadtbibliothek (Klosterstraße 5), 3 = Salon West (am Markt)

Kurzbeschreibungen der Veranstaltungen

Künstler*innengespräch

Am Eröffnungstag laden die anwesenden Künstler*innen zu einem Künstler*innengespräch der besonderen Art ein: Wir starten um 17 Uhr mit einem Rundgang durch die Ausstellung und jede*/r hat ausreichend Zeit die Arbeiten auf sich wirken zu lassen. Im Anschluss treten wir in einem moderierten Gespräch und in gemütlicher Runde in den gemeinsamen Austausch mit den Gästen. Die künstlerischen Arbeiten berühren auf unterschiedliche Weise die zentrale Frage der Ausstellung: Wie wollen wir zukünftig in Sachsen zusammen leben? Vor allem darüber möchten wir mit den Anwesenden in einen anregenden Dialog kommen.

Workshop „Stigmatisierte Orte“

Das Künstlerduo unofficial.pictures bietet eine medienkritische sowie kreative Auseinandersetzung mit der Frage nach stigmatisierten Orten an. Während des gleichnamigen Workshops wollen die Fotografen Frieder und Rafa von unofficial.pictures – Autoren der Arbeit »Gefährlicher Gegenstand: Eisenbahnstraße« –  mit den Teilnehmenden über vorgefertigte Bilder von Orten sowie deren Bewohner*innen sprechen und nach den Ursprüngen solcher Bilder forschen. Im zweiten, kreativ-praktischen Teil, kann auf einer Fototour an solche möglicherweise „stigmatisierten Orte“ in Annaberg-Buchholz ein neuer fotografischer Blick, der mit stereotypen Darstellungsweisen bricht, gemeinsam erkundet und eingeübt werden.

Zeitzeugingespräch

Ausgehend von der künstlerischen Arbeit von Sophie Stephan findet im Rahmen der Ausstellung „Kein schöner ____ in dieser Zeit“ ein Zeitzeuginnengespräch mit Angelika Polat zum Thema „Zwangsadoption in der DDR“ statt. Nach der Vorort-Besichtigung der im stetigen Austausch von Stephan und Polat gemeinsam in einem künstlerischen Prozess entwickelten Arbeit  – eine eindrückliche, mediale und persönliche Aufarbeitung der Geschichte Polats als einer Mutter, der zu DDR Zeiten die Tochter „gestohlen“ wurde – findet das Gespräch selbst in der geschützten Atmosphäre der Stadtbibliothek statt. Geladen wurde ebenfalls Andreas Laake, selbst Betroffener und zudem Gründer der „Interessengemeinschaft Gestohlene Kinder der DDR“. Neben einem ähnlichen Schicksal verbindet Polat und Laake das Ziel, über die Arbeit des Vereins aufzuklären und dazu beizutragen, dieses bis heute nicht ausreichend aufgearbeitete Thema der DDR-Geschichte ins Bewusstsein der Menschen zurückzubringen.

Ausstellungsabschluss & Erzählcafé für alle

Wie bereits in Döbeln und Weißwasser bildet auch in Annaberg-Buchholz ein für alle offenes Erzählcafé den Abschluss der Ausstellung. Diesmal laden die Künstler*innen Interessierte in den Salon West ein, um dort bei Kaffee und Leckereien über Fragen rund um das Zusammenleben in Sachsen miteinander ins Plaudern zu kommen.

Freuen Sie sich auf sinnliche Erlebnisse und anregende Gespräche.

Der Eintritt ist frei.